Projektbeschreibung:

 

Die internationale Sommeruniversität in Beer Sheva ist ein einzigartiges Programm. Es ist das einzige akademische Programm an einer israelischen Universität, welches explizit für deutschsprachige StudentInnen konzipiert wurde. Um das Lernen der hebräischen Sprache nicht durch eine zweite Fremdsprache (Englisch) zu erschweren, findet das Programm auf Deutsch statt. In Beer Sheva scheint im Sommer jeden Tag die Sonne, die tägliche Durchschnittstemperatur liegt etwa bei 32-35 Grad, aber die Trockenheit und die Wüstenwinde machen die Hitze angenehm. Am Abend kann es sogar wenig kühl sein, was sehr typisch für die klimatischen Verhältnisse in der Wüste ist.


1. Ziel des Kurses


Der Hochschulferienkurs soll interessierten deutschsprachigen StudentenInnen aus Deutschland, Ősterreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern die Gelegenheit bieten, vor Ort in Beer Sheva die hebräische Sprache zu erlernen und Lehrveranstaltungen israelischer und ausländischer DozentenInnen in den Fächern Jüdische Studien und Israelwissenschaften zu besuchen. Der Kurs ermöglicht somit nicht nur das Lernen von Hebräisch in muttersprachlicher Umgebung, ein Umstand, der gerade beim Erlernen semitischer Sprachen von enormen Vorteil ist, sondern auch eine Annäherung an Judaistik und Israelwissenschaft aus spezifisch israelischer Sicht - ein Angebot, das viele StudentenInnen dieser Fachrichtungen in Europa so dort nicht nutzen können.

Darüber hinaus ist es erklärte Aufgabe des Projektes, zur deutsch-israelischen, bzw. deutsch-jüdischen Annäherung und Verständigung auf ganz spezifische Weise beizutragen - insbesondere durch die Förderung des Kontaktes zwischen deutschen und israelischen StudentenInnen an der Ben-Gurion-Universität, aber auch durch die Vermittlung von Gesprächen mit den jüdisch-amerikanischen StudentenInnen, die sich im Rahmen von “Overseas Student”-Programmen in Beer Sheva aufhalten. Auch politische Themen in Bezug auf die israelische Gesellschaft wie auch der Konflikt in Israel-Palästina bekommen im Programm viel Aufmerksamkeit.

Schlieβlich ist es ein Anliegen des Kurses, die deutschen StudentenInnen gerade mit der südlichen Kulturregion Israels, der Negev-Wüste, bekannt und vertraut zu machen. Dies ist ganz im Sinne David Ben-Gurions, der in diesem Gebiet schon vor Jahrzehnten das größte Entwicklungspotential Israels sah. Beer Sheva, die Hauptstadt des Negev, bietet den StudentenInnen eine einmalige, ursprünglich-israelische Atmosphäre, in der das Kommunizieren auf Hebräisch Voraussetzung zur Bewältigung des Alltags wird.

 

2. Struktur des Kurses

 

Der sechswöchige Kurs setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem intensiven Hebräischkurs (vormittags), dem akademischen Rahmenprogramm (nachmittags und abends) und wöchentlichen Studienausflügen bzw. Exkursionen (freitags).

Der Hebräischkurs (Ulpan) wird auf sechs verschiedenen Lernniveaus für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Als klassisches Einwandererland hat Israel zahlreiche erfahrene HebräischlehrerInnen zu bieten, die nach der bewährten und erfolgreichen Ulpan-Methode (gesprächs- und themenbetonte Didaktik) die hebräische Sprache ausschließlich auf Hebräisch unterrichten. Bereits nach wenigen Wochen sind Anfänger in der Lage, kürzere Gespräche zu führen. Die Fortgeschrittenen vertiefen ihre Sprachkenntnisse des modernen Hebräisch in den täglichen Gesprächen während des Ulpans. Die StudentenInnen erhalten insgesamt 120 Stunden Unterricht, absolvieren wöchentliche Leistungskontrollen und eine mehrstündige Abschlussprüfung. Beim erfolgreichen Abschluss des Hebräischkurses, erhalten Teilnehmer 9 ECTS (9 Punkte nach dem neuen europäischen Hochschulsystem).

Das akademische Rahmenprogramm bietet Vorträge in deutscher Sprache, die in der Regel von DozentenInnen der Ben-Gurion Universität unterrichtet werden. Das Themenspektrum erstreckt sich von biblischer Archäologie, moderner Geschichte und Politik Israels und des Zionismus, über jüdische Kunst und hebräische Poesie vom Mittelalter bis zur Gegenwart, bis zur Analyse jüdisch-religiöser Literatur. Weitere Themen sind die Erforschung des deutsch-jüdischen Diskurses im Film oder die Untersuchung der Nachwirkungen der Shoah in Deutschland und Israel und Lesungen bekannter deutschsprachiger SchriftstellerInnen.

 

3. Team und Partner

 

Initiator des Kurses ist Prof. Dr. Mark H. Gelber. Er ist seit 1980 an der Universität als Literaturwissenschaftler und Komparatist tätig. 1998 initiierte er die deutschsprachige Sommeruniversität. Unterstützt wird das Programm von einem ganzen Kreis von wissenschaftlichen Partnern, Instituten und Lehrstühlen in Deutschland, die den Kurs an ihre Studenten empfehlen, wie etwa von der Uni Heidelberg, der HJS Heidelberg, dem Steinheim Institut, der Uni Duisburg, der FU Berlin, der Humboldt-Universität in Berlin, der RWTH Aachen und den Universitäten Mainz, München und Tübingen. Zur Zeit bieten mehrere Stiftungen eine Anzahl von Vollstipendien für StudentInnen. Weitere Stipendien werden von der Ben Gurion Universität selbst angeboten. Sie sind für StudentInnen aller Fachrichtungen bestimmt. (Für weitere Information siehe Kosten und Stipendien).

Das ZIS-Team besteht aus den folgenden Mitarbeitern:

Kobi Kabalek

Rita Schödermaier

Für erste Auskünfte und Informationen zum Programm bitte Rita Schödermaier kontaktieren.


 

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Last update 01.12.11           Back